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Donnerstag, 18. September 2014

Adam Smith und der Lohn der Arbeit

Adam Smith (1723 - 1790)
Im Jahre 1776 erscheint „Der Wohlstand der Nationen“ des schottischen Moralphilosophen und Nationalökonomen Adam Smith. Smith urteilt grundsätzlich positiv über die Veranlagung des Menschen, seine eigene Lage verbessern zu wollen, denn er ist der Überzeugung, dass sich erst im Zuge dieser ständigen individuellen Anstrengung auch die produktiven Kräfte eines Landes überhaupt erst entwickelt werden können.

Das Werk von Smith ist ein klares Plädoyer für eine freie Marktwirtschaft. Dies wird auch in seinen Gedanken zur Lohntheorie deutlich. Smith plädiert für den freien Arbeitsmarkt, wo Angebot und Nachfrage die Höhe des Lohnes bestimmen.

Die Höhe des Lohns ist zunächst einmal abhängig von dem Kapital, das die Unternehmer (oder Landwirte) zur Entlohnung der Arbeiter zur Verfügung haben: In den allermeisten Fällen sind die Arbeiternehmer „auf einen Unternehmer angewiesen, der ihnen das Rohmaterial und ihren Lohn und Unterhalt so lange vorschießt, bis das Produkt ihrer Arbeit fertig ist. Er teilt sich mit ihnen den Ertrag ihrer Arbeit, … den Wert, den die Arbeiter dem bearbeiteten Rohmaterial hinzufügen. Und in diesem Anteil besteht sein Gewinn“ (57).

Die unterste Grenze des Lohns wird durch den Subsistenzlohn bestimmt, der gerade so hoch ist, dass die Erhaltung der Arbeitskräfte gewährleistet wird. „Der Mensch ist darauf angewiesen, von seiner Arbeit zu leben, und sein Lohn muss mindestens so hoch sein, dass er davon existieren kann. Meistens muss er sogar noch höher sein, da es de Arbeiter sonst nicht möglich wäre, eine Familie zu gründen“ (59).

"Der Ertrag der Arbeit ist die natürliche Vergütung oder der Lohn der Arbeit“
(Adam Smith, 56)

Solange aber die Nachfrage nach Arbeit stärker wächst als das Angebot wird auch der Lohnsatz steigen. Eine bessere Entlohnung führt wiederum zu erhöhter Arbeitsproduktivität. „Unter gewissen, für die Arbeiter günstigen Umständen gelingt es ihnen bisweilen jedoch, einen Lohn durchzusetzen, der beträchtlich über dieser Höhe des Existenzminimums liegt, also über dem offenbar niedrigstem Satz, der eben noch mit unserer Vorstellung von Humanität vereinbar ist“ (60).

Wenn also in einem Land „die Nachfrage nach Arbeitern, Gesellen oder Dienstboten, die nur von ihrem Lohn leben“, ständig zunimmt und wenn jedes Jahr mehr Arbeitsplätze vorhanden sind als im Jahr zuvor, dann haben die Arbeiter einerseits keinen Anlass, sich zu gewerkschaftlich organisieren, um höhere Löhne zu erreichen. Der Mangel an Arbeitskräften führe nämlich zu einem Wettbewerb unter den Unternehmern, die sich andererseits gegenseitig überbieten, um Arbeiter zu bekommen, „so dass sie freiwillig die natürliche Absprache über eine gemeinsame Lohnpolitik durchbrechen“ (60).

Lohnverhandlung
Die Löhne werden zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern vertraglich ausgehandelt. Weil die Arbeitgeber hier Verhandlungsvorteile besitzen, solle der Staat die Vertragsvermittlung fördern: „Was üblicherweise Arbeitslohn ist, hängt überall von dem Vertrag ab, den beide Parteien gewöhnlich miteinander vereinbaren, wobei die Interessen der beiden keineswegs die gleichen sind. Der Arbeiter möchte so viel wie möglich bekommen, der Unternehmer so wenig wie möglich geben“ (58).

So ist die Höhe des Lohns also auch abhängig von dem vorhandenen Arbeitsangebot, das wiederum mit der Bevölkerungsentwicklung zusammenhängt: „Die Nachfrage nach Lohnarbeitern steigt also zwangsläufig, wenn Einkommen und Kapital in einem Lande zunehmen, aber auch nur unter dieser Voraussetzung. Wachstum von Einkommen und Kapital bedeutet Zunahme des nationalen Wohlstands, was wiederum die entscheidende Voraussetzung für eine wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften ist. Es ist nicht die absolute Höhe des nationalen Wohlstands, sonder seine kontinuierliche Zunahme, von welcher ein Anstieg der Arbeitslöhne abhängt“ (60f)

So entscheidet letztlich unter den Bedingungen der Vertragsfreiheit der Markt allein über das Lohnniveau. Die Frage, ob es eine allein aus der erbrachten Leistung „gerecht“ ableitbare Vergütung geben kann, muss daher in einer freien Gesellschaft eindeutig verneint werden. So weist Norbert Hoerster in seinem Buch „Was ist eine gerechte Gesellschaft?“ darauf hin, dass die Vergütung für eine Leistung allein das Ergebnis eines Vertrages ist. Wie die Leistung eines Menschen zu vergüten sei, hänge in einer freien Gesellschaft aber ausschließlich von der Nachfrage der Menschen ab.

Dort wo gut regiert wird, wird auch fleißig und zum Wohle aller gearbeitet ...(Fresco von Ambrogio Lorenzetti im Alten Rathaus von Siena)

Die Arbeitsproduktivität – und darin eingeschlossen das Lohnniveau - ist somit zugleich ein natürliches Symptom und notwendige Folge eines steigenden Wohlstandes eines Landes: „Die reichliche Entlohnung der Arbeit ist somit nicht nur Folge sondern zugleich natürliches Kennzeichen eines zunehmenden Wohlstandes, während andererseits die schlechte Versorgung der ärmeren Arbeiterschicht ein untrügliches Zeichen für eine Stagnation ist. Hungern gar die Armen, so drückt dies aus, dass sich die Wirtschaft rasch zurückentwickelt“ (64).

Die Verbesserung der Lebensumstände der unteren Schichten ist auch für die Gesellschaft insgesamt vorteilhaft. „Und ganz sicher kann keine Nation blühen und gedeihen, deren Bevölkerung weithin in Armut und Elend lebt. Es ist zudem nicht mehr als recht und billig, wenn diejenigen, die alle ernähren, kleiden und mit Wohnung versorgen, soviel vom Ertrag der eigenen Arbeit bekommen sollen, dass sie sich selbst richtig ernähren, ordentlich kleiden und anständig wohnen können“ (68).

Schließlich weist Smith noch aus motivationstheoretischer Sicht auf den persönlichen Einsatz und Fleiß hin, denn ein hohes Entgelt für die Arbeit „spornt auch den einfachen Mann zu größerem Fleiß an, der, wie jede andere menschliche Eigenschaft in dem Maße zunimmt, in dem er angeregt wird. Reichlicher Unterhalt erhöht den körperlichen Einsatz des Arbeiters. Er wird sich bis zum Äußersten anstrengen, wenn er wirklich hoffen kann, dass sich seine Lage verbessert und er im Alter sorgenfrei, vielleicht sogar gut leben kann. Dort, wo die Löhne hoch sind, finden wir daher die Arbeiter immer fleißiger, gewissenhafter und auch schneller bei der Hand als dort, wo sie niedrig sind“ (70f).

Schaut man sich die Entwicklung des realen Pro-Kopf-Einkommens in den letzten hundert Jahren an, dann wird Smiths These eindeutig bestätigt und die Verelendungstheorie des Marxismus ebenso eindeutig widerlegt.

Zitate aus: Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, München 2009 (dtv)   -   Norbert Hoerster: Was ist eine gerechte Gesellschaft? Eine philosophische Grundlegung. München 2013 (C.H. Beck)

Donnerstag, 4. September 2014

Adam Smith und die unsichtbare Hand

Mit dem 1776 erstmals erscheinenden Werk An Inquiry into the Nature an Causes of the Wealth of Nations gelingt es Adam Smith (1723 – 1790), dem Fach der Politischen Ökonomie nicht nur thematisch, sondern auch methodisch einen bedeutenden Platz in der Runde der Wissenschaften zu erobern.

Kaum eine Metapher ist so bekannt geworden, wie die von der „unsichtbaren Hand“ – und kaum eine ist so gründlich missverstanden worden wie sie. Smith wurde vorgeworfen, er würde die Auffassung vertreten, ein selbstsüchtiges Verhalten der wirtschaftlichen Akteure sei notwendig, denn nur auf diese Weise könne man für die Gesellschaft optimale Resultate erzielen.

Einige Kritiker gingen sogar soweit, Smith und Bernand Mandeville (1670 – 1733) zu ideologischen Verbündeten zu erklären. Mandeville, strenger Verteidiger des Merkantilismus, hatte in seiner berühmten Bienenfabel (1705) behauptet, dass nicht die Tugend, sondern das Laster die eigentliche Quelle des Gemeinwohls sei:

„So klagt denn nicht: für Tugend hat’s
In großen Staaten nicht viel Platz.
Mit möglichstem Komfort zu leben,
Im Krieg zu glänzen und doch zu streben,
Von Lastern frei zu sein, wird nie
Was andres sein als Utopie.
Stolz, Luxus und Betrügerei
Muß sein, damit ein Volk gedeih’.
Quält uns der Hunger auch oft gräßlich,
Zum Leben ist er unerläßlich.
(...)
Ja, will das Volk nach Größe streben,
Muß es im Staat auch Sünde geben,
Mit Tugend bloß kommt man nicht weit;
Wer wünscht, daß eine goldene Zeit
Zurückkehrt, sollte nicht vergessen:
Man mußte damals Eicheln essen.“

Die provokanten ethischen Anschauungen, die Mandeville in der Bienenfabel formuliert, lösten schon unter den Zeitgenossen eine lebhafte Diskussion aus, in der seine Ansichten fast durchweg abgelehnt wurden. Dass persönliche Tugend für Fortschritt und Prosperität der Gesellschaft weniger förderlich seien als Luxus, Verschwendung, Krieg und Ausbeutung, erregte Widerspruch, auch und gerade bei Adam Smith.

Das Bild von der unsichtbaren Hand ist eingebettet in die klassischen Konzepte des freien Marktes und der Konkurrenz, also der Rivalität zwischen Anbietern und Nachfragern einer Sache auf dem gemeinsamen Feld des Marktes. Firmen konkurrieren um Marktanteile, Arbeiter um Arbeitsplätze, Pächter um Grund und Boden. Bei Smith ist freie Konkurrenz das Ideal schlechthin. Sie bezeichnet die Abwesenheit jeglicher Markteintritts- wie Marktaustrittsschranken. So sind Monopole und Privilegien generell Mobilitätshemmnisse für Arbeitskräfte und Kapital – sie gereichen allein zum Vorteil Einzelner und zum Nachteil Vieler. Das ist die Position von Mandeville!

Der Markt - ein komplexes System

Freie Konkurrenz im Dienste der Selbstregulierung des Marktes wirkt also wie eine „unsichtbare Hand“, die sich ohne zu strafen des Eigeninteresses der Menschen bedient. Kommt es auf dem Markt zu Güterknappheit, dann treibt die Konkurrenz der Nachfrager den Marktpreis in die Höhe. Die Aussicht auf hohe Gewinnspannen lockt Kapital und Arbeitskräfte an, es kommt zu einer Steigerung der erzeugten Gütermenge, was wiederum die Senkung des Marktpreises bewirkt.

Bereits im Jahre 1759 hatte Smith seine „Theorie der ethischen Gefühle“ veröffentlicht, in der er der Frage von Ursache und Entwicklung von Ethik und Moral nachgeht. Schon in diesem Werk urteilt Smith grundsätzlich positiv über die Veranlagung des Menschen, seine eigene Lage verbessern zu wollen, denn er ist der Überzeugung, dass sich erst im Zuge dieser ständigen individuellen Anstrengung auch die produktiven Kräfte eines Landes überhaupt erst entwickelt werden können.

Dennoch bekämpft Smith kompromisslos die Auswüchse des Merkantilsystems und seines entfesselten Gewinnstrebens. Als dessen Hauptakteure sieht er geld- und machtgierigen Kaufleute am Werk, die – besessen vom „unseligen Monopologeist“ – the wretched spirit of monopoly – allein das Ziel verfolgen, sich individuell Vorteile zu Lasten der Allgemeinheit zu verschaffen.

Dagegen nun setzt Smith seine Metapher von der unsichtbaren Hand: „Indem der Einzelne sein eigenes Interesse verfolgt, fördert er häufig – frequently – das der Gesellschaft wirksamer, als wenn er sich wirklich vornimmt, es zu fördern.“ Von „häufig“ ist die Rede, nicht von „immer“.

Noch wichtiger aber ist der folgende Hinweis Smiths: Damit die Verfolgung des Eigeninteresses auch das Allgemeininteresse fördert und ihm nicht schadet, müssen gewisse institutionelle Voraussetzungen erfüllt sein. Hierbei handelt es sich um ein System positiver Gesetze, das die Regeln der Gerechtigkeit durch Androhung von Sanktionen erzwingt, wozu es letztlich des Staates und seiner Institutionen bedarf.

„Die Wirkungsweise des Eigeninteresses ist nicht wegen einer natürlichen Übereinstimmung zwischen dem Eigeninteresse eines jeden Einzelnen und dem für alle Guten segensreich, sondern weil menschliche Institutionen idealerweise so eingerichtet sind, dass sie das Eigeninteresse dazu zwingen, in Richtungen zu wirken, in denen es segensreich ist“ (Edwin Cannan, zit. nach Kurz, 32).

Diese Institutionen und Gesetze zu schaffen sei nun die Aufgabe des Staatsmannes. Der „Wohlstand der Nationen“ will dazu eine konkrete wissenschaftliche Hilfestellung bieten. Er ist somit wahrhafte „Politische Ökonomie.“

Ordnungspolitik und Rechtsstaatlichkeit -
das Ziel Politischer Ökonomie

Der Staat hat bei Smith also die klare ordnungspolitische Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es selbst im Interesse schlechter Menschen liegt, für alle Guten zu handeln. Auf einer tieferen Ebene geht es Smith darum, den alten Obrigkeitsstaat in einen modernen Rechts- und Leistungsstaat umzuwandeln.

So müsse es in jedem Gemeinwesen Einrichtungen geben, die die Macht haben, das Leben und das Eigentum nach außen und nach innen zu schützen, Streit und Auseinandersetzungen gerecht zu schlichten und den Menschen im Staat jene Güter und Dienstleistungen anzubieten, die „ihrer ganzen Natur nach niemals einen Ertrag abwerfen, der hoch genug … sein könnte, um die anfallenden Kosten zu decken“ (Wohlstand, 612). Dies gelte vor allem für die Aufgabe einer vom Staat finanzierten elementaren Schulausbildung.

                                   
Zitate aus:  Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, hg. mit einer umfassenden Würdigung des Gesamtwerkes von Horst Claus Recktenwald, München 2009 (dtv)   -   Bernard Mandeville, Die Bienenfabel oder Private Laster, öffentliche Vorteile. Die deutsche Ausgabe folgt dem Text der dritten Auflage von 1724. Mit einer Einleitung von Walter Euchner. 2. Aufl. Frankfurt/Main 1980 (Surhkamp)   -   Heinz D. Kurz: Geschichte des ökonomischen Denkens, München 2013 (C.H.Beck)  



Donnerstag, 28. August 2014

Heinz D. Kurz und die Charakteristika der ökonomischen Klassik

In seinem Buch über die Geschichte der ökonomischen Ideen kommt Heinz D. Kurz auf acht Merkmale, die das klassische ökonomische Denken kennzeichnen:


Pierre Le Pesant de Boisguilbert
(1646 – 1714)
William Petty
(1623 - 1687)

1. Klassisches ökonomisches Denken geht von der Prämisse aus, dass die Geschichte das Ergebnis menschlicher Handlungen ist, aber nicht die Ausführung irgendeines menschlichen Plans – oder wie es Adam Ferguson (1723 – 1830) ausgedrückt hat: „History ist he result of human action, but not the execution of any human design.“ Übertragen auf die Ökonomie bedeutet dies, dass das menschliche Handeln gesamtwirtschaftliche Konsequenzen führt, die vom Einzelnen weder beabsichtigt noch vorhergesehen sind.

Interdependenz wird so zu einem zentralen analytischen Instrument, indem man begreift, dass verschiedene Akteure und Wirtschaftszweige wechselseitig voneinander abhängen.

Die Aufgabe der Politischen Ökonomie ist demnach die Analyse von intendierter und nicht-intendierter Konsequenzen, letztlich aber auch der Kampf gegen Aberglaube, Begeisterung und Hysterie in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dingen.

2. Wirtschaft wird als ein Gebilde begriffen, das eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt, die erforscht, verstanden und genutzt werden können. Schon Francis Bacon hatte auf den praktischen Nutzen der Naturwissenschaften für den gesellschaftlichen Fortschritt verwiesen: „Wissen ist Macht!“

In diesem Sinne will auch William Petty nur eine Perspektive zulassen, die sich nur „in Zahl, Gewicht oder Maß ausdrückt und nur solche Fälle betrachtet, die sichtbare Grundlagen in der Natur haben.“ All das, was „von schwankenden Gemütern, Meinungen, Geschmäckern und Leidenschaften besonderer Menschen abhängt“, überlässt er der Betrachtung durch andere.

François Quesnay
(1694 – 1774)
Anne Robert Jacques Turgot
(1727 – 1781)











Es geht hier um ein quantitatives und empirisches Vorgehen, um positive Ökonomik sowie darum, die Verhältnisse durch kluge wirtschaftspolitische Maßnahmen zu verbessern. Quesnay und Smith bezeichnen die Wirtschaftswissenschaft ausdrücklich als Science of the legislator. – „Wissen ist Macht!“ eben.

3. Seit Thomas Hobbes galt die Überzeugung, ein sich selbst überlassenes System versinke notwendig in Bürgerkrieg und Chaos – bellum omnium contra omnes. Dagegen wenden die Ökonomen nun ein: Eine auf Gewerbefreiheit und Freihandel ruhende Wirtschaft ist (unter gewissen Umständen) ein sich selbst regulierendes homöostatisches System.

Es ist die Idee des Gleichgewichts, das hier in die Vorstellungswelt der Ökonomie eingeht. Laissez faire, laissez passer, le monde va de lui-même – Lasst sie nur machen, lasst es geschehen, die Welt dreht sich von allein – so lautet die berühmte Formel des Liberalismus.

4. Der Bezugsrahmen der ökonomischen Klassik ist eine auf Privateigentum an den natürlichen Ressourcen und produzierten Produktionsmitteln beruhende Wirtschaft, in der private Akteure in Verfolgung eigener Ziele auf eigene Rechnung interagieren, ohne zentrale Lenkung.

Dieses privat-dezentrale System kann jedoch nur funktionieren, wenn die Aktivitäten über Märkte koordiniert werden, wenn es auf den Märkten zur Herausbildung von Preisen kommt, die alle im Zuge der Produktion anfallenden Kosten abdecken und natürlich den Akteuren ein ausreichend hohes Einkommen sichern.

5. Als Hauptquelle steigenden Wohlstands werden die heimische Arbeit und Produktion und die Entwicklung der Produktivität der Arbeit angesehen. Wenn die Klassiker in diesem Zusammenhang von Stromgröße sprechen, dann nehmen sie den modernen Begriff des Sozialproduktes vorweg.

Eine Nation ist arm oder reich nach Maßgabe der Größe des von ihr während eines Jahres pro Kopf der Bevölkerung netto erzeugten Stroms an Gütern.

Richard Cantillon
(1680 – 1734)
David Hume
(1711 – 1779)












6. Die Gesellschaft ist unterteilt in verschiedene Klassen, deren Mitglieder unterschiedliche Rollen im Prozess der Erzeugung, Verteilung und Verwendung des gesellschaftlichen Reichtums zukommen. Hier handelt es sich um die Grundbesitzer, die Arbeiter und die Kapitaleigner.

7. Konkurrenz ist für die klassischen Ökonomen die Rivalität zwischen Anbietern und Nachfragern einer Sache. Firmen konkurrieren um Marktanteile, Arbeiter um Arbeitsplätze, Pächter um Grund und Boden. Bei Smith ist freie Konkurrenz das Ideal schlechthin. Sie bezeichnet die Abwesenheit jeglicher Markteintritts- wie Marktaustrittsschranken. So sind Monopole und Privilegien generell Mobilitätshemmnisse für Arbeitskräfte und Kapital – sie gereichen allein zum Vorteil Einzelner und zum Nachteil Vieler.

Freie Konkurrenz wirkt wie eine „unsichtbare Hand“ (Smith), die sich ohne zu strafen des Eigeninteresses der Menschen bedient. Kommt es auf dem Markt zu Güterknappheit, dann treibt die Konkurrenz der Nachfrager den Marktpreis in die Höhe. Die Aussicht auf hohe Gewinnspannen lockt Kapital und Arbeitskräfte an, es kommt zu einer Steigerung der erzeugten Gütermenge, was wiederum die Senkung des Marktpreises bewirkt.

Adam Smith
(1723 – 1790)
David Ricardo
(1772 – 1823)











Diese rastlose Suche der Kapitalseigner nach möglichst hohen Profiten und der Arbeiter nach möglichst hohen Löhnen führt der Tendenz nach zur Herausbildung einer allgemeinen, tendenziell einheitlichen Profitrate.

8. Dem Konzept einer allgemeinen Profitrate korrespondiert das Konzept der „natürlichen“ Preise oder Produktionspreise. Während die Produktionspreise die systematisch und dauerhaft wirkenden Kräfte widerspiegeln, wirken in die Marktpreise eine Vielzahl von zufälligen und vorübergehenden Faktoren hinein (z.B. das Wetter oder Naturkatastrophen)

Zitate aus: Heinz D. Kurz: Geschichte des ökonomischen Denkens, München 2013 (C.H.Beck)


Donnerstag, 7. November 2013

Nicolás Maduro und das Ministerium für Glückseligkeit

Nicht erst seit Karl Raimund Popper weiß man, dass die Verbindung von Politik und Romantik fatale Folgen hat für das Leben in einer staatlichen Gemeinschaft. Anstatt auf die Vernunft setzt man eine verzweifelte Hoffnung auf politische Wunder. Diese irrationale Einstellung – Popper nennt sie „Romantizismus“  –, „die sich an Träumen von einer schönen Welt berauscht … mag einen himmlischen Staat in der Vergangenheit oder in der Zukunft suchen, aber sie wendet sich immer an unsere Gefühle, niemals an unsere Vernunft.“

Maduro sucht das Glück
Am 24. Oktober 2013 kündigte der venezolanische Präsident, Nicolas Maduro die Gründung eines „Vizeministeriums zur obersten sozialen Glückseligkeit des venezolanischen Volkes“ (span. Viceministerio para la Suprema Felicidad Social del Pueblo venezolano) angekündigt, das sich mit “direkten Eingriffen” um das Glück der Untertanen kümmern soll.

Im 5. Buch seines Werkes „Der Wohlstand der Nationen“ beschrieb Adam Smith noch wie selbstverständlich die drei klassischen Aufgaben des Staates: Landesverteidigung, Justizwesen und Öffentliche Anlagen bzw. Einrichtungen.

Das „Erreichen der Glückseligkeit“ ist sicherlich für jeden Menschen eine individuelle Herausforderung im Leben. Ob man sich allerdings wirklich wünschen soll, dass die Politiker sich direkt darum kümmern mögen, die Glückseligkeit der Bürger zu erreichen – statt über die Schaffung guter Rahmenbedingungen, innerhalb derer jeder Einzelne auf seine ganz individuelle Weise sein Glück – und nicht das Glück – finden kann –, ist zu bezweifeln.

Für Jakob Burckhardt ist die Hauptaufgabe des Staates der Interessenausgleich. Daher sei es „eine Ausartung und philosophisch-bürokratische Überhebung, wenn der Staat direkt das Sittliche verwirklichen will“ – und dazu gehört ja die Vorstellung vom vollkommenen Glück.

In Venezuela dagegen soll das neue Glücksministerium nun die 30 verschiedenen Sozialprogramme der Regierung koordinieren und verwalten. Dazu gehören Sanitätsstationen, Schulen und Geschäfte mit subventionierten Lebensmitteln in den Armenvierteln. "Missionen" werden diese Niederlassungen genannt, ein System, das der verstorbene Präsident Hugo Chávez hatte diese System nach kubanischem Vorbild eingeführt hatte.

Chávez hatte es während seiner Amtszeit immer hervorragend verstanden, den Grundwiderspruch des Landes zu verschleiern: Einerseits sitzt Venezuela auf Unmengen von Erdöl und verdient damit Milliarden Dollar. Andererseits wuchern die Slums.

Maduro - ein neuer Messias für die Glückseligkeit

Viele Venezolaner sind daher auch eher unglücklich. Die Inflation liegt bei knapp 50 Prozent. Mancherorts sind auch Maismehl und Milchpulver knapp. Klopapier fehlt schon seit Wochen. Immer mal wieder fällt der Strom aus, und die Mordrate ist katastrophal hoch.

Venezuela funktioniert also unter Maduro noch schlechter als zuvor. Um seine eigene Unfähigkeit zu kaschieren, hat Maduro jetzt angekündigt, den Tag der Kommunalwahlen am 8. Dezember zum "Tag der Treue und Liebe zu Chávez" zu küren.

Natürlich ist gegen eine Politik, die versucht, die Lebensumstände der Menschen zu verbessern, überhaupt nichts einzuwenden. Hier aber liegt der Verdacht nahe, die Menschen vorrangig mit politischen Mitteln glücklich zu machen.

Auch Ludwig von Mises betont, dass alles, was über die eigentlichen Aufgaben des Staates – das sind der Schutz des Lebens und der Gesundheit, der Freiheit und des Privateigentums – hinausgeht, von Übel ist: „Eine Regierung, die, statt ihre Aufgabe zu erfüllen, darauf ausgehen wollte, selbst das Leben und die Gesundheit, die Freiheit und das Eigentum anzutasten, wäre natürlich ganz schlecht.“

Überhaupt nichts hält von Mises vom „abstrusen Mystizismus“ einer Staatsvergottung und Staatsanbetung: Weder ist der der Staat „das unmittelbare und sichtbare Bild des absoluten Lebens, eine Stufe der Offenbarung des Absoluten, der Weltseele“ – so Schelling, noch „offenbart sich in dem Staate die absolute Vernunft, realisiert sich in ihm der objektive Geist“ – so Hegel.

Sobald man, so von Mises weiter, den Grundsatz der Nichteinmischung des Staatsapparates in allen Fragen der Lebenshaltung des einzelnen aufgegeben hat, wird man automatisch dazu gelangen, das Leben bis ins Kleinste zu regeln und zu beschränken. „Die persönliche Freiheit des einzelnen wird aufgehoben, er wird zum Sklaven des Gemeinwesens, zum Knecht der Mehrheit. Man braucht sich gar nicht auszumalen, wie solche Befugnisse von böswilligen Machthabern mißbraucht werden könnten. Schon die vom besten Willen erfüllte Handhabung derartiger Befugnisse müsste die Welt in einen Friedhof des Geistes verwandeln.“


Das Glück liegt auf der Straße !? - Slum in Caracas

Seine absolute Grenze findet die staatliche Macht jedoch in der individuellen Suche nach Sinn und Glück. Kaum jemand hat diesen Gedanken besser formuliert als John Stuart Mill: „Man kann jemanden gerechterweise nicht zwingen, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen, weil es für ihn selbst so besser sei, weil es ihn glücklicher machen würde, oder weil es nach der Meinung anderer weise oder gerecht wäre, wenn er so handelte. Dies sind gute Gründe, um jemandem Vorstellungen zu machen oder mit ihm zu debattieren, ihn zu überzeugen oder in ihn zu dringen; aber es sind keine Motive, um ihn zu zwingen oder Strafen über ihn zu verhängen, falls er anders handelt. Um das zu rechtfertigen, muss das Handeln, von dem man jemand abbringen will, für einen anderen einen Schaden bedeuten.“

Es ist daher die Pflicht eines jeden autonomen Subjekts, sich „gegen die Bevormundung der herrschenden Meinung und des herrschenden Gefühls“ zu wehren. „Man muss sich schützen gegen die Absicht der Gesellschaft, durch andere Mittel als bürgerliche Strafen ihr eigenes Denken und Tun als Regel auch solchen aufzuerlegen, die davon abweichen. Man muss sich hüten vor der Neigung der Gesellschaft, die Entwicklung zu hemmen und, wenn möglich, die Bildung jeder Individualität zu hindern, die mit den Wegen der Allgemeinheit nicht übereinstimmt, und alle Charaktere zu zwingen, sich nach ihrem eignen Muster zu richten.“

Das Venezuela Maduros jedenfalls nimmt mit der Einrichtung eines Ministeriums für Glückseligkeit geradezu orwellsche Züge an. Auch hier gibt es ein „Ministerium für Überfluss“, dass eben nicht den Überfluss, sondern den Mangel verwaltet. Wer wollte da nicht Parallelen ziehen zum „Toilettenpapierüberfluss“ in Venezuela …

Es bleibt dabei, was Popper schon vor über einem halben Jahrhundert eindringlich formulierte: „Sogar mit der besten Absicht, den Himmel auf der Erde einzurichten, vermag man diese Welt nur in eine Hölle zu verwandeln – eine jener Höllen, die Menschen für ihre Mitmenschen bereiten.“




Das "Ministerium für alberne Gänge" (“Ministry of Silly Walks”) von Monty Python scheint im Vergeich zum Glücksministerium geradezu sinnhaft und in jedem Fall weniger gefährlich ....

Nachtrag vom 10.11.2013: 
Wie Nicolas Maduro die "Glückseligkeit" in Venezuela auf politischem Wege erreichen will, hat er nun mit aller Deutlichkeit demonstriert: Nachdem er angeordnet hatte, die Geschäftsführung und etwa 500 Mitarbeiter der Ladenkette Daka (Haushaltsgeräte) zu verhaften, befahl er dem Militär, die Geschäfte zu besetzen und umgehend mit dem Verkauft sämtlicher Artikel zu beginnen - zu einem gerechten Preis, wie er sagte. 
Billig einkaufen (Foto: EFE)
Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Der "Verkauf" allerdings lief dann - dafür braucht man kein Prophet sein - auf eine Art und Weise ab, die eigentlich nur den Namen "Plünderung" verdient: Zerbrochene Fensterscheiben und schlichter Diebstahl - darin besteht das "Glück" in Venezuela ... - außer natürlich für die in Haft einsitzenden Unternehmer und ihre Mitarbeiter!


  
Zitate aus: Zitate aus: Jacob Burckhardt: Weltgeschichtliche Betrachtungen, Wiesbaden 2009 (Marixverlag)  -  J. S. Mill, Über die Freiheit, Köln 2009 (Anaconda)  -  Ludwig von Mises: Liberalismus. Jena 1927 (online unter: http://docs.mises.de/Mises/Mises_Liberalismus.pdf

Donnerstag, 10. Januar 2013

Jean de La Fontaine und die Arbeit


Jean der La Fontaine
Jean de La Fontaine (1621 – 1695) ist mit Sicherheit der berühmteste Fabeldichter der Neuzeit. Wie andere französische Autoren seiner Zeit lebte und arbeitete er im Umkreis des Hofes des Sonnenkönigs Ludwigs XIV. Seine Beobachtungen über die Menschen und die Gesellschaft verarbeitete er in seinem vielfältigen Werk.

La Fontaine gilt den Franzosen als einer ihrer größten Klassiker. Er schrieb Gedichte, Erzählungen und Romane. Berühmt wurde er jedoch durch seine Fabeln, die in insgesamt 12 Bänden von 1668 bis 1694 erschienen. Einige – wie die folgende Fabel von der Grille und der Ameise – wurden durch den antiken Dichter Äsop inspiriert. Gemeinsam ist beiden Dichtern, dass im Gewand der witzigen und hintergründigen Tiergeschichten die wahren Antriebe der menschlichen Natur entlarvt werden:


Die Grille, die den Sommer lang
zirpt' und sang,
litt, da nun der Winter droht',
harte Zeit und bittre Not:
Nicht das kleinste Würmchen nur,
und von Fliegen eine Spur!
Und vor Hunger weinend leise,
schlich sie zur Nachbarin Ameise,
und fleht' sie an in ihrer Not,
ihr zu leihn ein Stückchen Brot,
bis der Sommer wiederkehre.
»Hör'«, sagt sie, »auf Grillenehre,
vor der Ernte noch bezahl'
Zins ich dir und Kapital.«
Die Ameise, die wie manche lieben
Leut' ihr Geld nicht gern verleiht,
fragt' die Borgerin: »Zur Sommerzeit,
sag doch, was hast du da getrieben?«
»Tag und Nacht hab' ich ergötzt
durch mein Singen alle Leut'.«
»Durch dein Singen? Sehr erfreut!
Weißt du was? Dann tanze jetzt!«


Illustration von Milo Winter (1886-1956)

In der antiken Vorlage des Äsop liest sich die Fabel wie folgt:

„Es war kalter Winter, und Schnee fiel vom Olymp. Die Ameise hatte zur Erntezeit viel Speise eingetragen und ihre Scheuern damit aufgefüllt. Die Grille hingegen kauerte in ihrem Loch und litt gar sehr, von Hunger und arger Kälte geplagt. Sie bat darum die Ameise, ihr von ihrer Speise abzugeben, damit sie davon essen könne und nicht zu sterben brauche. Doch die Ameise sprach zu ihr: „Wo warst du denn im Sommer? Warum hast du zur Erntezeit nicht Speise eingetragen?“ Darauf die Grille: „Ich habe gesungen und mit meinem Gesang die Wanderer erfreut.“ Da lacht die Ameise laut und rief: „So magst du im Winter tanzen!“

Moral: es gibt nichts besseres, als für die notwendige Nahrung zu sorgen und sich nicht bei Tanz und Lust ergehen soll.“

In beiden Versionen der Fabel stehen einander zwei Lebenshaltungen gegenüber, die sich durch ihre Einstellung zur Arbeit unterscheiden:

Sicher ist, dass wir einen großen Teil unseres Lebens mit Arbeit verbringen. Für manche ist sie ein notwendiges Mittel, um den Lebensunterhalt zu verdienen, für andere liegt in der Arbeit Erfüllung und Selbstverwirklichung.

In der Antike wurde die Muße, also die Freiheit vom Zwang der Arbeit höher bewertet als die Arbeit. Vor allem die körperliche Arbeit der „Hand-Werker“ galt als Makel und wurde nur von den niedrigeren sozialen Schichten, den „Banausen“, verrichtet.


Während in der Antike „Muße“ immer auch mit Kreativität verbunden wurde, wird der Begriff, insbesondere in der Variante „Müßiggang“ meist negativ verstanden und meist mit „Faulheit“ gleichgesetzt.

Nun kann man grundsätzlich fragen, in welchem Sinne die eine Arbeit gesellschaftlich nutzlos, eine andere Tätigkeit aber nützlich ist? Ist die gesellschaftliche Rolle eines Künstlers überhaupt mit der eines Geschäftsmannes zu vergleichen? Kann eine geistige und künstlerische Tätigkeit überhaupt als Arbeit aufgefasst werden?

Adam Smith unterschied in seinem Werk „Der Reichtum der Nationen“ bekanntlich zwischen einer „Arbeit, die den Wert eines Gegenstandes, auf den sie verwandt wird, erhöht“ und einer Arbeit, „die diese Wirkung nicht hat. Jene kann als produktiv bezeichnet werden, da sie einen Wert hervorbringt, diese hingegen als unproduktiv“ (272).

Gitarre spielender Harlekin (Picasso, 1918)
Neben dem Stand der Politiker muss man laut Smith noch viele andere Berufe in die Gruppe der unproduktiven Arbeiter einreihen: „Zum einen Geistliche, Rechtsanwälte, Ärzte und Schriftsteller aller Art, zum anderen Schauspieler, Clowns, Musiker, Opernsänger und Operntänzer“ (273.).

Das Urteil von Smith über die unproduktive Arbeit kann nicht klarer und unmissverständlicher sein: „So ehrenwert, nützlich oder notwendig ihr Dienst auch sein mag, er liefert nichts, wofür später wiederum ein gleicher Dienst zu erhalten ist“ (ebd.). 

Natürlich gibt auch Smith zu, dass viele unproduktive Arbeiten direkt und indirekt zur Sicherung und Erhöhung des Lebensniveaus beitragen. Dies gilt selbstverständlich auch für alle „Grillen“ in Bildung, Kultur und Sport. 

Dennoch: Die produktive Arbeit ist und bleibt die Grundlage und Voraussetzung für die Möglichkeit – oder den „Luxus“ – unproduktiver Arbeit. Nur solange es Menschen gibt, die „herstellen, kaufen und verkaufen“, können auch Menschen bezahlt werden, die Geige spielen, tanzen oder singen.


Quellen: Die Grille und die Ameise findet sich im Projekt Gutenberg  -  Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, hg. mit einer umfassenden Würdigung des Gesamtwerkes von Horst Claus Recktenwald, München 2009 (dtv)